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Computermagazin c’t: Minister Volker Wissing im Gespräch
Sicherheitsrisiken im Blick behalten

Hannover, 31. Mai 2024 Deutschland müsse sich permanent mit Sicherheitsfragen beschäftigen ob bei kritischen Infrastrukturen wie 5G-Netzen oder Zugsteuerungssystemen. Dabei gehe es nicht nur um die Vertrauenswürdigkeit von Lieferanten, sondern auch um gesicherte Lieferketten. „Wir müssen Risikomanagement betreiben und dürfen uns nicht von Einzelnen abhängig machen. Das ist unsere Aufgabe und die ist groß genug“, sagte der Digitalminister im exklusiven Interview mit dem Computermagazin c’t.

Der Bundesminister für Digitales und Verkehr Volker Wissing äußerte sich gegenüber c’t zu den Fortschritten bei der Digitalisierung in Deutschland, den Anforderungen an die kommende KI-Regulierung und der Notwendigkeit verschlüsselter Kommunikation. Der FDP-Politiker zeigt sich optimistisch, sieht aber auch Handlungsbedarf für die Zukunft.

„Wir haben große Fortschritte bei der digitalen Infrastruktur, betonte Wissing. So gebe es 50 Prozent mehr Glasfaseranschlüsse innerhalb eines Jahres und eine fast flächendeckende 4G- und 5G-Abdeckung. Aber: „Ein 5G-Netz mit Echtzeit-Anwendungen zum Beispiel beim autonomen Fahren hat ganz andere Anforderungen an die Sicherheit als das bisherige Netz. Deswegen muss man immer in die Zukunft blicken: Sind die heutigen Netze gewappnet für künftige Risiken? Wenn nicht, muss man reagieren und die Dinge anpassen.“

Wissing räumte ein, dass bei der Umsetzung der Digitalstrategie noch Nachholbedarf besteht. So stehe die Einführung einer nutzerfreundlichen digitalen Identität (e-ID) noch aus, welche eine wichtige Voraussetzung für eine vollständig digitalisierte Verwaltung sei. Hier sieht der Minister das Bundesinnenministerium in der Pflicht. Ein spezielles Digitalbudget hält Wissing aktuell nicht für notwendig, sofern eine Priorisierung innerhalb der Ressorts erfolgt.

Mit Blick auf die KI-Regulierung plädierte der Digitalminister für einen innovationsfreundlichen Ansatz: „Wir dürfen bei der Regulierung die Entwicklung von KI nicht behindern, sondern müssen durch innovationsfreundliche Regelungen unterstützen. Das erfordert Mut.“ Gleichzeitig betonte Wissing die Notwendigkeit staatlicher Aufsicht und Zertifizierung, um Fehlentwicklungen wie bei der Finanzmarktkrise 2008 vorzubeugen. Als zuständige deutsche Aufsichtsbehörde zur Durchsetzung der gerade verabschiedeten KI-Verordnung sieht er die Bundesnetzagentur.